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Neuerfindung der nachhaltigen Gastronomie

Erstellt von Maria am Sonntag 16. Mai 2010

Ein US-Restaurant erfindet derzeit den Kreislauf für die ökologische Gemeinschaftsverpflegung neu. Wenn in dem Restaurant von Dave Krick nicht alles aufgegessen wird, ist das nicht schlimm. Denn im Keller warten schon andere Gäste auf ihre Mahlzeit. Dabei handelt es sich um Regenwürmer, insgesamt 200.000 Stück. Die kleinen Helfer machen aus den Abfällen der Gastronomie im Handumdrehen feinste Komposterde. Schon vor der Idee mit den Regenwürmern war Dave Krick in seiner Gastronomie auf eine nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung bedacht. Auf seiner Speisekarte sind nur Produkte aus der Region zu finden und selbst der Ketchup wird nach einem hauseigenen Geheimrezept produziert. Mit dieser Strategie will er seine Gäste von der Qualität der Waren aus der Region überzeugen.

Würmer als Müllschlucker sind ein großer Erfolg
Dave Krick hatte sich schon länger gefragt, wie man die Abfälle aus der Gastronomie umweltfreundlich entsorgen könnte. Ein normaler Kompost unter oder neben dem Lokal schied aus, der Geruch wäre zu unangenehm für die Gäste. Im Internet stieß er dann auf die Idee mit den Regenwürmern, allerdings waren es ausschließlich Privatpersonen, die sich bisher als Regenwurm-Farmer versuchten. Trotzdem wagte er den mutigen Schritt und ließ sich eine große Wanne für die lebende Kompostfabrik in den Keller einbauen. Pro Tag werden 90 Kilo Abfälle in der Gemeinschaftsverpflegung produziert, entweder in der Zubereitung oder durch Gäste, die nicht alles aufessen. 45 Kilo der Reste werden nun von den fleißigen Würmern zu Blumenerde gemacht. Die fertige Erde fällt durch den Siebboden der Wanne und kann dann verpackt werden. Das Ganze klappt so gut, dass inzwischen eine zweite Wanne vom Restaurant angeschafft wurde.

Wurmkompost wird zum Trend
Die Würmer sind aber nicht nur Vorbild in der Gastronomie, sondern auch andere Branchen sind darauf aufmerksam geworden. Viele Firmen, die diese ungewöhnliche Methode kopieren, kommen aus der Viehhaltung. Dort werden Regenwürmer schon im großen Stil eingesetzt, um den Mist der Tiere zu veredeln. Inzwischen sind aber auch einige Krankenhäuser, Universitäten und Gefängnisse auf den Trend aufgesprungen. Doch Geld verdienen oder groß sparen, kann man mit der Anlage noch nicht. 12.000 Dollar kostet allein eine Wurmwanne mit Einbau. Damit aus den Essenresten auch gute Blumenerde wird, muss man den Kompost am Anfang mit Bio-Erde auffüllen. Es geht also eher um eine saubere, nachhaltige und ökologische Form der Entsorgung in der Gastronomie. Dave Krick will jetzt sogar noch weitergehen: Als nächstes möchte er seinen Besuchern Regenwürmer mitgeben. Die Gäste können gleich die Reste ihrer Gemeinschaftsverpflegung mitnehmen und ihre Würmer verfüttern, quasi als Starter-Set.