Earl Grey, die Mutter aller aromatisierten Tees
Erstellt von Hermes am Freitag 18. Mai 2007
Aromatisierte Tees machen heute einen großen Teil der Produktpalette im Teehandel aus. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt und so erweitern sie das Angebot um ein vielfaches. Sehr beliebt sind dabei auch jahreszeitlich bedingte Mischungen, so dass im Winter Sorten mit Bratapfelaroma und im Sommer Sorten mit Erdbeer- oder Zitronenaroma angeboten werden.
Doch das Aromatisieren ist keine Erfindung der Moderne. Schon im alten China setzten die Menschen ihrem grünen Tee Blüten und ätherische Öle zu. Zu den traditionellen Sorten gehören dort auch heute noch die Sorten Jasmin-,Rosen-, Lotos- und Lycheetees.
Auch der bekannte Earl Grey Tee geht auf ein altes chinesisches Rezept zurück. Dabei wird dem Tee das ätherische Öl der Bergamotte, einer Zitruspflanze, zugegeben. Der zweite Earl of Grey, der von 1806 bis 1815 Außenminister Großbritanniens war, brachte dieses Rezept aus China mit und schenkte es einem englischen Teehändler, der es nach ihm benannte.
Der Sinn des Aromatisierens war, dass die Tees auf den langen Transporten von China nach Europa nicht den Geruch von Moder, Fisch und Teer annahmen, der in den Laderäumen der Schiffe vorherrschte.
Ursprünglich wurden für die Herstellung von Earl Grey nur chinesische Tees verwendet. Doch nachdem es den Briten gelungen war, Tee in ihren eigenen Kolonien in Indien anzupflanzen, nutzten sie ihre eigenen Sorten vor allem Darjeeling, da er von Natur aus ein sehr feines, blumiges Aroma hat.
In der Qualität der heute auf dem Markt angebotenen Earl Grey Tees gibt es erhebliche Unterschiede. Vielen Tees, vor allem den industriell hergestellten Beuteltees, wird das Aroma künstlich, in Form von naturidentischen Aromastoffen beigemischt. In der traditionellen Herstellung dagegen werden die geernteten Teeblätter zusammen mit Bergamottefrüchten eingelagert, so dass sie das ätherische Öl allmählich annehmen können. Kenner bevorzugen deshalb die losen Blatttees.

